Mein 1. Herzensprojekt

Erinnerungen 

durch Musik

Dieses Projekt ist im Jahr 2018

im Zuge meiner Tätigkeit 

als Betreuungskraft entstanden.


Worum geht es dabei? 


Das Hörsystem wird als eines der ersten Gehirnteile entwickelt, und da das Gehör bereits so früh ausgebildet ist, sind unsere frühesten Erinnerungen oft an Töne oder Musik gebunden. 

Das musikalische Gedächtnis bleibt, neben Emotionen, selbst in der Demenz erhalten, da es Teil des unbewussten Gedächtnisses ist. 

Das Gehirn speichert Lieder als Ganzes ab, nicht nur als Liedtext. 
Auch ist Musik mit verschiedenen Arealen gleichzeitig vernetzt 
(wie z.B. Sprache, Emotionen, Verhalten, Motorik etc.).

Menschen verknüpfen ganz individuell Lieder mit Emotionen, denken Sie z.B. an ein Lied aus Ihrer Kindheit oder Schulzeit, das Lied beim Tanz mit der ersten großen Liebe oder von Ihrer Hochzeit. 

Durch diese personalisierten Lieder kann man Menschen mit Demenz ein Stück ihrer verlorengegangenen Identität zurückgeben und sie aus ihrer Isolation herausführen.

Da es für Menschen mit fortgeschrittener Demenz schwierig ist Nebengeräusche auszublenden und sich ausschließlich auf die Musik zu konzentrieren, habe ich bei diesem Projekt MP3-Player mit Kopfhörern verwendet.

Für jeden teilnehmenden Bewohner wurden personalisierte Playlisten erstellt. 
Dies geschah mit Hilfe der Angehörigen, sowie durch direkte Befragung nach der Lieblingsmusik oder durch die Biographiearbeit. 
Diese ausgewählte und auf die Person abgestimmte Musik wurde dann in kleinen, gut zu verarbeitenden Einheiten, über die Kopfhörer vorgespielt.

Die Ergebnisse waren unglaublich. 
Bewohner die zuvor eher lethargisch oder unbeteiligt wirkten, bewegten Arme und Beine im Takt der Musik, teilweise summten oder sangen sie Teile des Liedes mit. 
Andere die schon lange kein Wort mehr gesprochen hatten, sprachen einzelne Wörter oder stimmten sogar in das Lied ein, lächelten dabei und ihre Augen strahlten. 
Und wieder Andere, die bettlägerig waren, tippten z.B. auf imaginären Klaviertasten auf der Bettdecke zu Mozarts "Kleiner Nachtmusik", trommelten mit den Fingern den Rhytmus oder dirigierten mit einem imaginären Taktstock.

Alle samt wirkten danach wacher, stärker situativ und zeitlich orientiert
(d.h. im Hier und Jetzt), sie interagierten mehr mit ihren Mitmenschen und reagierten aktiver auf ihr Umfeld, tranken und aßen besser und wirkten allgemein glücklicher und zufriedener.


Erinnerungen durch Musik

Artikel im Südfinder 
Februar 2018
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Artikel im Südfinder 
Februar 2018
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Durch Musik werden Erinnerungen geweckt


Durch Musik werden Erinnerungen geweckt


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